Gehaltsstudie Finanzen und Rechnungswesen

16.08.2018
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Dei aktuelle Gehaltsstudie von careerplus umfasst die Jobprofile Sachbearbeiter Buchhaltung, Buchhalter, Leiter Buchhaltung, Leiter FiRe/CFO, Junior und Senior Controller, Leiter Controlling, Treuhänder und Wirtschaftsprüfer. Hansueli von Gunten hat die Gehaltsstudie kommentiert.

Herr von Gunten, sind die Resultate der Studie aus Ihrer Sicht repräsentativ?
Die Resultate der Studie sind sehr repräsentativ. Sie decken sich mit den Erfahrungen unserer Absolventen. Ich finde die Studie für die Lohnverhandlungen zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern sehr nützlich.

Was hat Sie am meisten überrascht?
Dass Fremdsprachenkenntnisse in höheren Positionen wie dem Leiter Finanz- und Rechnungswesen eine zentrale Rolle einnehmen – und trotzdem über die Hälfte nur die Muttersprache spricht.

Was können junge Arbeitnehmer aus der Studie mitnehmen?
Die Studie zeigt, dass sich mit Berufserfahrung und einer fachspezifischen Weiterbildung wie dem Fachausweis oft mehr verdienen lässt als mit einem Hochschulabschluss und vergleichsweise weniger Berufserfahrung. Ich empfehle also allen Berufseinsteigern, erst ein paar Jahre fundierte Arbeitserfahrung zu sammeln und sich dann entsprechend weiterzubilden.

Erfahrenen Fachleuten geht es gemäss unserer Studie finanziell überdurchschnittlich gut. Deckt sich  das mit Ihren Erfahrungen?
Ja, das sehe ich auch so: Erfahrene Fachleute und Experten mit einer grossen Führungsspanne können bis CHF 180 000 verdienen. Auch in wirtschaftlich schwierigeren Zeiten wie zum Beispiel während der Finanzkrise 2008/2009 blieben die Löhne stabil – kaum jemand musste um seine Stelle fürchten.

Gibt es in der Branche grössere Veränderungen oder  neue  Herausforderungen?
Wie in vielen anderen Bereichen unterliegt auch das Finanz- und Rechnungswesen dem digitalen Wandel. Die Digitalisierung bietet dabei sowohl Chancen als auch Risiken. Wohin die Reise geht, ist noch nicht kalkulierbar.

Wird die mit der Digitalisierung verbundene Automatisierung von Prozessen zum Stellenabbau führen?
Gerade im Controlling kann meines Erachtens viel automatisiert werden. Das muss aber nicht zwingend zum Stellenabbau führen: Vielmehr können sich die Mitarbeitenden dadurch erweiterten, durch die zunehmende Datenmenge auch komplexeren Analysen zuwenden. Die Digitalisierung wird die Branche also sicher nicht auffressen, aber bestimmt verändern.

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Zur Person
Hansueli von Gunten, lic. rer. pol., dipl. Handelslehrer, ist Geschäftsleiter der Controller Akademie in Zürich. Nach einem Studium der Wirtschaftswissenschaften war er als Dozent in der Berufsausbildung tätig, später erlangte er das Handelslehrerdiplom. Nach verschiedenen Stationen als Lehrer an Berufsschulen wechselte er in die Erwachsenenbildung. Herr von Gunten ist erfahrener Referent im Rechnungswesen und Controlling. Er ist auch Autor von Fachbüchern, insbesondere zur Konzernrechnung.